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Manfred Schuler Immobilien VDM
Hamburger Immobilien / Schweizer Ferienobjekte
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"Wöchentlich aktuelle Immobilien-Angebote und monatlich neue Informationen rund um die Immobilie - sekundenschnell abrufbar", das ist unsere Website-Philosophie. Dafür verzichten wir auf umfangreiche oder aufwendige grafische Gestaltungen und Elemente.

Für Sie gelesen
Aus: Neue Zürcher Zeitung vom 16. April 1999 / Netzgeflüster

Fragen Sie Jakob!

"Usability" - das einzig gültige Kriterium für Websites


Eine Schönheitskonkurrenz in Sachen Webdesign wird Jakob Nielsen nie gewinnen. Dennoch gehört seine Website zu meinen Lieblingsadressen, und nicht nur zu meinen: "Der hellste Kopf im Netz", "Ein wirklicher Guru", "Noch nicht ganz so berühmt wie Elvis" - das Lob führender Branchenblätter spricht für sich. Nielsen ist kein prophetischer Internet-Vordenker wie Nicholas Negroponte vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) und keine Online-Fundamentalist wie John Perry Barlow von der Electronic Frontier Foundation. Jakob Nielsen ist schlicht das, was die "New York Times" den "guru of Web usability" nennt: ein pragmatischer Kopf, der klare Vorstellungen davon hat, was brauchbare Websites sind.

Nielsen arbeitete als Ingenieur bei Sun Microsystems und war für den Website verantwortlich, bevor er im letzten Sommer zusammen mit eignem Verantwortlichen der Forschungsabteilung von Apple die Nielsen Norman Group gründete, eine Beratungsfirma für Web-Auftritte. Er hat Bücher publiziert - das neueste, "Designing Excellent Websites: Secrets of an Information Architect", erscheint im Mai-, er verfasst Kolumnen für renommierte Fachpublikationen und schreibt auf seiner eigene Website seit fünf Jahren zweimal wöchentlich die "Alertbox", eine Rubrik, die längst mehr ist als ein Geheimtip.

Man kann sich nur wünschen, dass die Ratschläge, die Nielsen erteilt, auch tatkräftig umgesetzt werden, denn davon profitieren wir Surfer und Surferinnen. In einem Satz zusammengefasst lautet seine Botschaft: Websites müssen benutzerfreundlich sein. Das heisst effizient und einfach in der Bedienung. Sein Credo lautet: Es ist nicht so wichtig, wie etwas aussieht, das man benutzt; entscheidend ist die Art, wie es sich bedienen lässt. 

Zu Nielsens Erfolg trägt bei, dass er seine Erkenntnisse mit Witz und gesundem Menschenverstand vorträgt. Er ist durchaus in der Lage, die Bedingungen und Erfordernisse eines Usability Tests zu skizzieren, dessen Planung, Durchführung und Analyse 39 Stunden in Anspruch nimmt und einer Agentur in Auftrag gegeben werden kann, die die Resultate liefert, die man erwartet hat. Vielleicht fährt man aber doch besser mit dem "Jakobs Ein-Stunden-Brauchbarkeits-Test", der so geht: Man schnappe sich zwei User, zum Beispiel in einem Internet-Cafe´, und verbringe mit jedem eine Viertelstunde, in der man ihn bittet, auf der fraglichen Website bestimmte Dinge auszuführen. Danach setze man sich an seinen Laptop und liste auf höchstens 50 Zeilen die Katastrophen auf, die man bei der Nutzung seiner Site beobachtet hat.

Jakob Nielsens eigene Website erfüllt seine Anforderungen spielend: Was ein User von ihr will, sind Informationen, und die bekommt er blitzschnell. Unter anderem, weil die Site so gut wie keine Graphiken verwendet. Warum? Nielsen rechnet vor: Ein durchschnittlicher User verwendet ein Modem mit einem Datendurchsatz von 28.800 Bits pro Sekunde. Soll eine Website sekundenschnell auf dem Bildschirm erscheinen, darf sie also nicht "schwerer" als 3 Kilobytes sein. Länger als 10 Sekunden Wartezeit lässt sich ein durchschnittlicher User nicht gefallen., Seiten mit mehr als 30 Kilobytes - und damit fast alle, die Graphiken enthalten - sind deshalb problematisch.

Nicht nur Webdesigner finden bei Nielsen Bedenkenswertes. Seine Site liefert allen an der Entwicklung des Web Interessierten wohltuend sachliche Informationen. Wo etwa selbsternannte Trendschnüffler alle paar Monate sensationelle Durchbrüche prophezeien, sind Nielsens Voraussagen für die Entwicklung des Web im Jahr 1999 von äusserster Zurückhaltung - die Skepsis des Technikers ist darin unübersehbar. Sein Fazit, dass die Zeit der dramatischen Sprünge vorbei sei und sich das Web Ende Jahr nicht grundlegend von jenem Anfang Jahr unterscheiden werde, mag einige Enthusiasten frustrieren, aber unvoreingenommene Beobachter werden ihm Recht geben.

Wer immer also mit dem Gedanken spielt, sich mit einem Angebot ins World Wide Web zu begeben, sollte Jakob Nielsen vorher einen Besuch abstatten. (Man findet bei ihm auch ein Link-Liste mit wirklich brauchbaren Hinweisen zu allen Fragen des Webdesigns.) Wen wundert's, dass seine Website einen brauchbaren Namen trägt: www.useit.com.

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